EU-Politiker entscheiden im Sinne der Pharmalobby

Die eZigarette hat ein enormes Potential zur Reduktion der Zahl der durch Tabakrauchen verursachten Sterbefälle. Allein in Deutschland könnten jährlich mindestens 100.000 Leben von Rauchern gerettet werden, wenn sie dem Ratschlag von Gesundheitsexperten folgen und auf die deutlich weniger schädliche Alternative eZigarette umsteigen würden. Trotzdem plant der Umweltausschuss der EU zur Zeit, die elektrische Zigarette zu verbannen. Für aktuell 12 Millionen eZigaretten-Nutzer und alle potentiellen Umsteiger in Europa wäre das fatal. Doch die Pharmaindustrie hätte Grund zu feiern: Die Mehrheit des Ausschusses hat in ihrem Sinne entschieden.

 

Die EU-Blockade

In der vergangenen Woche hat der Umweltausschuss der EU und der EU-Gesundheitsministerrat über die eZigarette abgestimmt. Mehrheitlich wurde für einen Plan votiert, wonach die eZigarette unter das Arzneimittelgesetz fiele und künftig in vielen EU-Staaten nur noch über Apotheken vertrieben werden dürfte (abhängig vom Arzneimittelrecht in den einzelnen EU-Staaten). Zwar bittet die EU alle Mitgliedstaaten, die eZigarette auch außerhalb der Apotheke anzubieten.

Für Dac Sprengel, den Vorsitzenden des VdeH, geht die Rechnung jedoch nicht auf: „Am Beispiel Deutschland kann man sehen, dass die eZigarette nach geltendem Arzneimittelrecht zunächst gar keine Zulassung erhalten könnte – auch der Vertrieb solch eines Arzneimittels außerhalb der Apotheken wäre ohne Gesetzesänderungen nicht möglich.”

 

Gefahren für die eZigarettennutzer

Für die aktuell rund zwölf Millionen europäischen Nutzer der eZigarette sieht Sprengel eine große Gefahr: Die Arzneimittelzulassung könne sich keines der aktuell am Markt agierenden eZigaretten-Unternehmen leisten. Folge: Die elektrische Zigarette würde nach Umsetzung des EU-Plans in einem großen Teil der EU-Länder sofort vom Markt verschwinden. „Eine ebenso gute Alternative zur Tabakzigarette wie die eZigarette ist nicht in Sicht und es steht zu befürchten, dass eine große Zahl der Umsteiger wieder zurück zur Tabakzigarette getrieben würde.“

 

Chance verschenkt

Mit der Umsetzung dieses Vorschlags würden EU-Kommission und Ministerrat die Chancen der eZigarette als wettbewerbsfähige Alternative zur Tabakzigarette verschenken. „Die eZigarette hat nur dann eine Chance, zur Reduktion der immensen Zahl von Tabakopfern beizutragen, wenn sie am gleichen Verkaufsort angeboten wird wie die Tabakzigarette.“ Es sei nicht nachzuvollziehen, warum das anerkannt deutlich weniger schädliche Produkt stärker reguliert werden solle. „Wie kann es sein, dass die Gesundheitspolitiker ihren eigenen Kampf gegen Tabakprodukte derart zunichte machen?“, fragt Sprengel.

 

Pharmalobby fast am Ziel

Damit hätte die mächtige Pharmalobby in Europa ein wichtiges Ziel erreicht. “Durch die Marginalisierung der eZigarette könnten die Pharmakonzerne wieder auf Zuwächse im langfristig fest eingeplanten Umsatz mit Raucherentwöhnungs-Produkten hoffen.“ Ein Markt, der seit dem Boom der eZigarette stark rückläufig war.

Doch auch die Tabakindustrie würde profitieren: „Mit der eZigarette würde ein Konkurrent zur klassischen Zigarette an den eigenen Verkaufsständen wegfallen.“

 

Fakten zum Tabakkonsum

In Deutschland ist von bis zu 140.000 Todesfällen pro Jahr durch Tabakkonsum auszugehen. “Tabak ist das einzige legal verfügbare Verbrauchsgut, das Menschen tötet, wenn es ganz wie vorgesehen benutzt wird”, heißt es im Welt-Tabak-Bericht von 2008. Etwa 18 Millionen Deutsche sind Tabakraucher. Durch Passivrauch sterben insgesamt weltweit jährlich über 600.000 Menschen, 165.000 davon Kinder.

 

Die Alternative

Zwölf Millionen EU-Bürger sind von der Tabakzigarette auf die eZigarette umgestiegen, mehr als zwei Millionen allein in Deutschland. Etwa zwei Drittel aller Tabakraucher in Deutschland sind an der elektrischen Zigarette interessiert. Für diese große Menge von Menschen (etwa 14 Millionen Bürger) könnte das junge Produkt ein Segen sein. (Quelle: Toluna Umfrage März 2013)

 

Europäische Gesundheitsexperten zur eZigarette

1. „Die elektrische Zigarette im Vergleich natürlich zu jeder normalen, traditionellen Tabakzigarette ist in der Tat viel, viel weniger gefährlich. Das können wir mit Sicherheit sagen.“ (Dr. Martina Pötschke-Langer, Deutsches Krebsforschungszentrum)

2. „Wenn alle Raucher in England sofort auf die eZigarette umsteigen würden, könnten wir den Tod von fünf Millionen heute lebenden Menschen verhindern.“ (Prof. John Britton, Royal College of Physicians)

3. „Die Entwicklung der eZigarette könnte vielleicht der wichtigste Durchbruch im öffentlichen Gesundheitswesen in diesem Jahrhundert sein.“ (Prof. Robert West, Health Psychology, London)

Quelle: Verband des eZigaretten-Handels (VdeH) (e.V.)



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Ein Gedanke zu „EU-Politiker entscheiden im Sinne der Pharmalobby

  1. Chrissi

    War 19 Jahre starker Raucher, oft Genuss,,,, aber leider halt auch seeehr oft Sucht.
    Kann mit dem Dampfen meine Sucht stillen und Genuss und Lebensqualität sind VIEL besser geworden.
    Habe 1,5 Jahre nicht geraucht und es war Stress, jetzt Dampfe ich und vermisse keine Zigarette mehr, warum will man uns das Leben soooo schwer machen.
    Gruss

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