Meine Dampfer-Karriere…

Wir veröffentlichen regelmäßig eure Geschichten und Erfahrungsberichte zur E-Zigarette. Heute ein besonders schön geschriebener Beitrag von Udo.

dampfer-geschichte-udoMeine Pyro-Karriere begann im Alter von 15 Jahren während einer Klassenfahrt, und dauerte 26 Jahre. 26 Jahre, in denen meine körperliche Kondition unbemerkt nachließ, und 26 Jahre, in denen ich bisher finanzielle Mittel für Tabakzigaretten aufgewendet habe, von denen ich locker ein Einfamilienhaus hätte finanzieren können. Ende 2011 rauchte ich noch 60 (!) selbst gestopfte Zigaretten am Tag; zusammen verbrannten wir bis zu 100 Pyros täglich. Durch die Grenznähe zu den Niederlanden und zu Belgien konnte ich – im Vergleich zu Deutschland – noch massive Einsparungen erzielen, doch mein körperliches Befinden verbesserte dies nicht. Meine Gesundheit und mein Einkommen verbrannte weiter.

Selbstverständlich gab es diverse Unternehmungen, durch Rauchentwöhnungsmaßnahmen mit diesem Mist aufzuhören; hin vom Weglassen (dauerte maximal eine Woche) über Kaugummis und Drops bis hin zu einer Lasertherapie (hielt zwei Wochen) waren sämtliche Maßnahmen nicht von Erfolg gekrönt.

Dann stieß ich Ende 2011 auf den Begriff „elektrische Zigarette„; seltsamer Weise zunächst auf eine tabakverbrennende Version. Doch ich suchte weiter, und fand über ein Familienmitglied zu den liquidverdampfenden Geräten.

Ab diesem Zeitpunkt erfuhr ich einen heilsamen Schock nach dem anderen.

Wir renovierten und restaurierten gerade unsere Möbel, und was dort an Teer und Nikotin zusammenkam, habe ich die ganzen Jahre über freiwillig in mich hineingesogen.

Ich begann, elektrisch zu dampfen. Wegen meines hohen Zigarettenkomsums wurde mir geraten, ich solle mit 36mg/ml beginnen, doch hiervon bekam ich Kopfschmerzen und starke Reizungen der Mundschleimhaut. Im Selbsttest bestellte ich 18mg/ml-Liquids, und bereits nach zwei Wochen 12mg/ml-Liquids, die mir am besten bekamen.

Nach nur einer Woche schmeckte ich Dinge. Wir stellten fest, dass das, was wir zuvor gegessen hatten, ständig überwürzt gewesen sein muss, denn nun schmeckten wir Nuancen heraus, die wir vorher nicht wahrnehmen konnten.

Nach ebenfalls nur einer Woche roch ich Dinge. Wir stellten fest, dass trotz Renovierung und Restaurierung ein Geruch nach kaltem Rauch in der Wohnung war, und an Dingen haftete, die wir sonst völlig selbstverständlich nutzten, und wir uns bisher darüber wunderten, dass Besucher stets darauf hinwiesen.

 

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Nach drei Wochen besserte sich unser Hautbild. Seltsam, Besenreisser und kleine Pickelchen waren immer als „normal“ abgetan worden; es wurde auf die Ernährung geschoben. Zwar änderte sich durch die „neue“ Geruchs- und Gechmackssensorik auch unsere Ernährung, doch führe ich es auf das Dampfen zurück, dass wir insgesamt „frischer“ wirkten. Viele Bekannte bestätigten dies bisher im Laufe der Zeit, wir wirkten nicht „müde“ oder „verbraucht“ oder im Vergleich „wie sonst“, sondern „irgendwie neu“ oder „anders“, „erholt“ und „ausgeschlafen“.

Nach ebenfalls nur drei Wochen begann ich mit einem Selbsttest: Fahrstuhl und Rolltreppen sollten bewusst nicht genutzt werden. Ich wusste von mir selber: Stieg ich bisher Treppen, so begann ich ab der 2. Etage zu schwitzen, und mein Puls stieg. Der Schweißfluss blieb nach diesen drei Wochen Dampfen aus, selbst auf der 7. oder 10. Etage.

Nach fünf Monaten, in denen ich bewusst meine Kondition steigern konnte, stieg mein Puls nur noch leicht an, und ich kam ohne Atemnot auf die 10. Etage.

Symptome wie Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit, Müdigkeit, morgendliches Abhusten, Gliederschmerzen, ständigen Schnupfen oder Entzündungen im Mund- und Rachenraum kennen wir nicht mehr. Uns selber fiel auf, dass kleine, oberflächliche Verletzungen – wir besitzen 2 Hunde – schneller heilten, und dass wir auch mehr Motivation besaßen, Dinge zu unternehmen und zu erledigen.

Ich weiß nicht, was 26 Jahre des Tabakrauchens in meinem Körper angerichtet haben. Bisher habe ich die Rechnung hierfür noch nicht erhalten.

Ich weiss nur, dass sich in 2,5 Jahren des Dampfens unsere Lebensqualität auf eine Art und Weise gebessert hat, wie ich es zuvor niemals für möglich gefunden hätte.

Unsere Sensorik ist gesteigert, und selbst die psychische Abhängigkeit, oder das psychische Bedürfnis zu rauchen, ist vollkommen erloschen. Der ständige Druck, Zigaretten oder Tabak im Hause haben zu müssen, ist weg. In Gemeinschaft zu rauchen, oder in rauchender Gemeinschaft zu dampfen, kostet uns beide hier einiges an Überwindung, weil sich derart im Kopf festgesetzt hat, welchen Dreck wir selber über diese ganzen Jahre konsumiert haben, dass wir uns dem nicht mehr freiwillig aussetzen wollen.

Mittlerweile dampfen wir tatsächlich nur noch aus einem Bedürfnis heraus, zu genießen. Dampfen ist nun die Gewohnheit geworden, mit der wir nur noch brechen müssten, um gänzlich weg von dem inhalativen Konsum eines Genussmittels zu kommen. Wir tun uns jedoch schwer damit, ganz aufzuhören, weil wir jetzt nach 26 Jahren, tatsächlich genießen können, und auch genießen wollen. Rauchen war dagegen immer ein Bedürfnis, in Stresssituationen immer notwendig.

Dies ist das Dampfen nicht für uns.



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