Nikotin: Was macht es in unserem Körper?

Viele Umsteiger, die die herkömmliche Zigarette hinter sich gelassen haben und sich der E-Zigarette zugewandt haben stehen vor der Frage: Wie schädlich ist das Nikotin in der E-Zigarette und was macht es mit unserem Körper?

Strukturformel von Nikotin

Strukturformel von Nikotin

Zum einen sei gesagt: Gut das Sie aufgehört haben zu rauchen. Damit muten Sie Ihrem Körper schon mal um die 12.000 verschiedene unter anderem hochgiftige Stoffe weniger zu. Diese Stoffe entstehen bei der Tabakverbrennung und ein Nutzer der E-Zigarette muss sich davor nun nicht mehr fürchten. Sie leben, was viele Studien belegen, nun viel gesünder.
Aber was ist mit dem Nikotin? Auch Nikotin ist eine hoch toxische Substanz, die Sie Ihrem Körper durch den Genuss von nikotinhaltigem Liquid zuführen. Trotz der in hoher Dosierung toxischen Wirkung zeigt Nikotin, auch über viele Jahre in niedrigen Dosen genommen, nur sehr geringe bis keine chronische Schädigungen des Organismus. Dem Nikotin wurden früher eine Menge Schädigungen am menschlichen Körper zugeschrieben. Diese werden nun aber nach langjähriger Forschung dem Tabakrauch mit seinen tausenden von Zusatzstoffen angeheftet. Nikotin steht nicht auf der Liste karzinogener (krebserregender) Substanzen der Internationalen Agentur für Krebsforschung und bei einem gesunden Erwachsenen (wie bei Genussmitteln üblich), sind keine körperlichen Schäden durch Nikotin selbst bekannt, welche die gesundheitlichen Risiken von bspw. täglichem Konsum des Alkaloids „Koffein“ in Form von Kaffee übersteigen würden. (Quelle)

Die Meinungen der negativen Wirkungen und Gefährdung durch Nikotin gehen weit auseinander bzw. sind die neusten Forschungsergebnisse einfach noch nicht stark genug publiziert. Kreislauferkrankungen wurden früher den Nikotin zugeordnet. Heute sagt das Deutsche Krebsforschungszentrum: „Bei Herz-Kreislauferkrankungen spielt Nikotin lediglich eine untergeordnete Rolle.Quelle (pdf)

Die Forschung ist mittlerweile so weit zu behaupten das nicht dem Nikotin allein sondern dem Nikotin mit dem Zusammenspiel von Kohlenmonoxid (wie es nicht in E-Zigaretten sondern nur bei der „normalen“ Tabakzigarette vorkommt) die Schuld an diversen Herzkreislauferkrankungen zu geben. Dies berichten auch etliche Beiträge von Dampfer:
Ich bin der Meinung, Nikotin zusammen mit Kohlenmonoxid verursacht primär die Kreislauferkrankungen/Gefässerkrankungen. Ohne Kohlenmonoxid dürfte Nikotin bei weitem weniger gefährlich sein. Nikotin verursacht Gefäßverengungen – in wie weit das natürlich bei Ex-Rauchern ein Risiko ist (Vorschädigung!) vermag ich nicht zu sagen. Das Kohlenmonoxid bindet wesentlich stärker an rote Blutkörperchen als Sauerstoff, das bedeutet, Kohlenmonoxid wird „lieber“ genommen als Sauerstoff. Jetzt bekommt der Herzmuskel auch noch keinen Sauerstoff zu den verengten Gefäßen. Kohlenmonoxid braucht lange zum Abbau. Beim dampfen haben wir kein Kohlenmonoxid (außer dem kleinen Teil in der Atemluft). Kohlenmonoxid halte ich für eine deutlich unterschätzte Gefahr beim rauchen. Auf diese Idee komme ich, weil ich über die deutlich weniger Herzinfarktraten/Gefässkrankheitenraten in Schweden gelesen habe, wo die Leute snusen. Mit Snus wird ähnlich viel Nikotin über den Tag aufgenommen wie beim dampfen.

Oder hier noch ein interessanter Beitrag von Frau Laurina Hawks die ähnliches zu berichten weiß:
Ich hatte ernsthafte Bluthochdruckprobleme solange ich noch Tabak rauchte. Seit ich dampfe, hat sich mein Blutdruck komplett normalisiert. Ich habe viel darüber nachgedacht und bin ebenfalls zu dem Schluss gekommen, dass es von der Sauerstoffschuld hervorgerufen durch die Affinität der Erythrozyten gegenüber Kohlenmonoxyd herrührt. Wenn das Herz nicht genügend Sauerstoff bekommt, versucht es diesen Mangel durch Verengung der Blutgefäße zu substituieren. Betablocker, Kalciumantagonisten und ACE Hemmer bewirken dann lediglich, dass zwar der Blutdruck sinkt, die Sauerstoffschuld aber bestehen bleibt, was zu fataler Unterversorgung führen kann. Nikotin bewirkt das keinesfalls, denn die Abbaugeschwindigkeit von Nikotin ist extrem hoch und bewirkt keinen dauerhafte Gefäßverengung – dies wirklich nur in Verbindung mit Kohlenmonoxyd. Dampfen ist also nicht mal einen Bruchteil so schädlich wie rauchen, selbst wenn man hoch dosierte Nikotinliquids verwendet.

Nikotin fördert unter anderem die Ausschüttung des Hormons Adrenalin sowie der Neurotransmitter Dopamin und Serotonin. In niedrigen Mengen hat Nikotin einen stimulierenden Effekt was vor allem die Steigerung der psychomotorischen Leistungsfähigkeit sowie der Aufmerksamkeits- und Gedächtnisleistungen zur Folge hat. Diese Steigerung ist allerdings nur von kurzer Dauer. Durch die Nikotinzufuhr verringert sich der Appetit. Es kommt zu einer Steigerung der Magensaftproduktion und zu einer erhöhten Darmtätigkeit was auch nicht unbedingt schlecht sein muss.

Aufgrund seiner speziellen Wirkungsweise gehört das Nervengift Nikotin zu den am schnellsten süchtig machenden Substanzen die wir kennen. Da es die Blut-Hirn-Schranke (Barriere zwischen dem Blutkreislauf und dem Zentralnervensystem) fast ungehemmt überwinden kann, hat das Nikotin besonders große Wirksamkeit. Das bedeutet, dass das Nikotin durch das Blut transportiert direkt die Hirntätigkeit beeinflussen kann. Durch die Adrenalinausschüttung wirkt Nikotin stimulierend. Die Herzfrequenz wird erhöht und eine Steigerung des Blutdrucks ist zu beobachten. Längerfristig ziehen sich die Blutgefäße zusammen und das wiederum führt zur schlechteren Durchblutung des Körpers. Diese negativen Eigenschaften allerdings allein der E-Zigarette zuzuschreiben wäre (logischer Weise) äußerst zynisch, da (wie hinreichend bekannt ist) auch Zigarettentabak Nikotin enthält. Die beim Tabakverbrennungsprozess entstehenden Stoffe können die Wirkungsweise sogar noch verstärken.

Und jetzt noch ein paar FAKTEN

  • Nikotinkonsum über eine E-Zigarette genauso suchterzeugend wie beim Tabakkonsum?
    Nein! Die Suchterzeugung von Tabak wird durch verschiedene Zusatzstoffe verstärkt. Allgemein hat sich Nikotin ohne Tabak (und somit ohne Zusatzstoffe etc.) in Tierversuchen als kaum suchterzeugend herausgestellt.
  • Ist eine Überdosierung bei inhalativem Konsum möglich?
    Nein! Nikotin wird im Körper rasch abgebaut, weshalb selbst Kettenraucher beim Rauchen keine tödliche Dosis erreichen können. Die Halbwertzeit von Nikotin beträgt bei Rauchern 30-60 Minuten und bei Nichtrauchern 120 Minuten. Schwere Vergiftungssymptome (wie z.B. eine Atemlähmung) wird durch normalen inhalativem Konsum nicht erreicht, da bereits bei einer leichten Überdosierung sehr früh unangenehme Symptome wie z.B. Übelkeit oder Kopfschmerzen bemerkt werden.
  • Verursacht Nikotin schwere gesundheitliche Schäden?
    In normaler Dosierung ist Nikotin (beim Rauchen) nicht für die schweren, oftmals tödlichen gesundheitlichen Schäden des Konsums durch Tabakrauch wie Krebs, Herzinfarkt, Schlaganfall, chronisch ostruktiver Lungenerkrankungen (COPD) verantwortlich. Diese schweren Erkrankungen werden durch die tausenden Verbrennungsgiftstoffe des Tabakrauches verursacht, von denen über 70 krebserregend sind.

Einem durchschnittlich aufgeklärtem mündigen Bürger ist bekannt, dass Nikotinkonsum (egal, ob nun mit Hilfe von Rauch oder Dampf konsumiert) nicht „gesund“ ist:
Der Gebrauch der E-Zigarette ist wissenschaftlich anerkannt weniger schädlich als der bisherige Nikotinkonsum durch Tabakrauchen und somit muss weiterhin die E-Zigarette in der heutigen vielfältigen Form auf dem Markt erhalten bleiben.



Nikotin: Was macht es in unserem Körper?:
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4 Gedanken zu „Nikotin: Was macht es in unserem Körper?

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  2. inge lüttringhaus

    Hallo,

    mit Interesse habe ich diese Studie gelesen, aber leider stört mich eins, es fehlt ein Datum der Studie.

    Außerdem wüßte ich gerne, ob es schädlicher ist, 40 mg zu dampfen. Mein Sohn dampft 40 mg Nikotin unverdünnt. Allerdings muß ich dazu sagen, er hat vorher 25 mg gedampft und ist jetzt auf 40 mg
    umgestiegen und dampft nicht mehr pausenlos.

    Fazit, weniger dampfen mit 40 mg bekommt ihm besser als pausenlos 25 mg zu dampfen.

    Außerdem ist sein Sodbrennen weg, weil er weniger VG in der Mischung hat und mehr PG.

    Das nur zur Information.

    Vielen Dank für die tolle Studie und so exakte Erläuterung.

    Mit freundlichen Grüßen aus Berlin

    Inge und Konstantin Lüttringhaus

    Konstantin hat ein Buch geschrieben – poetry of the soul – united p.c. bei Amazon erhältlich.

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  3. Thomas

    Ich bin jetzt seit 3 Wochen umgestiegen und Dampfe Liquid mit 6 oder 12 Nikotin . Mein Blutdruck ist runter auf 120 : 60 und der Ruhepuls auf 55 . Die Durchblutung hat sich deutlich verbessert . Nie wieder Zigaretten !

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